Wappen des Mühlen- und Heimatvereins Düdenbüttel-Grefenmoor

Mühlen war schon in der Antike ein zentraler Ort der Versorgung. Je nach Antriebsart (Muskelkraft, Wind- oder Wasserkraft) lagen die Gebäude an den dafür geeignetsten Stellen.

So waren die Standorte für Windmühlen immer so gewählt, dass sie leicht den Wind einfangen konnten, um so das Korn zu mahlen. Dementsprechend waren die Müller zentrale Figuren der regionalen Brotversorgung.

Einen leibhaftigen Müller können wir Ihnen nicht mehr bieten, jedoch ein historisches Ambiente, das in die Landschaft und zu ihren Menschen passt.

Haben Sie schon mal uns beim Mühlentag (immer Pfingsmontag) gesehen? Nein?
Dann können Sie das hier.

 

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Das Windrecht


Das Recht, Mühlen zu bauen, war von altersher ein landesherrliches Regal*. So befanden sich denn die Mühlen ursprünglich im Besitz der Grundherren, der Fürsten, Grafen und Klöster. Sie wurden von diesen verpachtet und später erst zum selbstständigen Bau freigegeben. In diesem Falle aber stand dem Landesherren das Recht zu, den Bau von Windmühlen zu genehmigen oder zu verbieten.

Als Zeichen dafür, dass sei ein Recht auf den Luftraum für sich in Anspruch nahmen, galt das sogenannte „Windgeld“, das als Anerkennungsgebühr für den Bau einer Windmühle zu zahlen war.

Hiermit hing es wohl auch zusammen, dass bis Anfang unseres Jahrhunderts noch viele Kornmühlen das Windrecht besaßen. Nach ihm konnte der Müller verlangen, dass Bäume, die nach Errichtung der Mühle gepflanzt wurden und dieser Wind entzogen, entweder gefällt oder zum Mindesten stark beschnitten werden mussten.

* landesherrliches Privileg

 

Mattgut

Vor dem Mahlen entnahmen einstmals die Müller aus dem angelieferten Korn jedem Himten ein Sechzehntel, das „Mattgut“, als Mahllohn. Es wurde mit der hölzernen oder kupfernen Mattschale abgemessen, und es war in der alten Zeit eine bei der ländlichen Bevölkerung weitverbreitete Annahme, man müsse dabei dem Müller arg auf die Finger sehen:
„Junge, pass up un heww die Ogen open, dat de Möller nich tweimal den Matten nimmt, du bliffst so lang in de Möhl, bet hei den Matten namen hat un hat dat Korn na baben dragen!“

Ihm stand zwar das „Mattkorn“ als Mahllohn zu, es war der 16. Teil vom Zentner, aber scherzhaft nannte man den Müller oft „Mattendeef“ (Mattendieb).