Wappen des Mühlen- und Heimatvereins Düdenbüttel-Grefenmoor

Mühlen war schon in der Antike ein zentraler Ort der Versorgung. Je nach Antriebsart (Muskelkraft, Wind- oder Wasserkraft) lagen die Gebäude an den dafür geeignetsten Stellen.

So waren die Standorte für Windmühlen immer so gewählt, dass sie leicht den Wind einfangen konnten, um so das Korn zu mahlen. Dementsprechend waren die Müller zentrale Figuren der regionalen Brotversorgung.

Einen leibhaftigen Müller können wir Ihnen nicht mehr bieten, jedoch ein historisches Ambiente, das in die Landschaft und zu ihren Menschen passt.

Haben Sie schon mal uns beim Mühlentag (immer Pfingsmontag) gesehen? Nein?
Dann können Sie das hier.

 

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Die Geschichte der Windmühle in Düdenbüttel-Grefenmoor

Historische Mühlenansicht (Quelle unbekannt -- Foto um 1900)

Nachdem die erste Windmühle 1853 in Betrieb genommen werden konnte, wurde sie 1874, noch bevor Fritz Tiemann das Anwesen kaufte, durch Blitzschlag ein- geäschert. Da dieser einen sehr aufwendigen Lebensstil führte, konnte er sich nicht auf der wieder erbauten Mühle halten. 1893 kaufte der aus Bützfleth stammende Bauernsohn und Vorsteher der Poststelle Bützfleth, der 1861 geborene Robert Schultz, das gesamte Anwesen. Nach einem erneuten Brand durch Blitzschlag am 30. April 1896 wurde die heute noch vorhandene einstöckige Holländer-Galeriewindmühle gebaut.

Robert Schulz sen.

 

 

Unter Robert Schultz und seiner Frau Metta ging es mit dem Mühlenbetrieb bergauf. In den zwanziger Jahren wurde ein Mühlenflügel erneut von einem Blitz – der aber nicht zündete – getroffen. Zu der Zeit fuhr der Müller aus Grefenmoor jede Woche durch die umliegenden Dörfer, holte bei den Bauern das Getreide ab und brachte das Mehl und Schrot zurück. Diese wöchentlichen Fahrten durch das Dorf stellte er 1944 ein, sie lohnten sich nicht mehr, weil fast alle Bauern elektrische Schrotmühlen hatten und nur noch zum Beizen und Reinigen ihre Getreide auf die Mühle brachten. 1945 bekam die Mühle einen Elektromotor. Anfang der fünfziger Jahre stellten Peter Schultz (Sohn von Robert Schultz) und seine Frau Amanda den gewerblichen Mahlbetrieb ganz ein. Sie mahlten nur noch für den eigenen Bedarf, denn zu dem Anwesen gehörten immer noch, außer der Mühle, die Landwirtschaft, ein Gasthof (Mühlenschenke) und die Verwaltung der Poststelle Grefenmoor. Anfang April 1959 wurden zwei Flügel, die schon längere Zeit fehlten, durch neue ersetzt. Dass die Mühle heute noch so gut erhalten ist, verdanken wir vor allem seinem unermüdlichen Einsatz und handwerklichen Geschick. Sein Sohn – der Hoferbe Robert Schultz (verstorben am 6. Februar 2012) – hat sich ebenfalls sehr um die Erhaltung der Mühle, die unter Denkmalschutz steht, bemüht.

Peter Schulz

 

In den Jahren 1972, 1979, 1984, 1988 und 1991 wurde

Robert Schulz jun.

die Mühle in Grefenmoor von der Gemeinde Düdenbüttel mit einem Aufwand von rd. 260.000 DM – unter Beteiligung des Landkreises Stade, des Landes Niedersachsen und des zweiten Sohnes von Peter Schultz, dem Hamburger Kaufmann Willy P. Schultz repariert und 1981 mit einem Mühlenfest der Düdenbütteler Speeldeel der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und in ihr Bewusstsein gerückt.

Am 4. Dezember 1993 kaufte Hans Rauterberg die Mühle mit ca. 10.000 m² Ackerland rundherum. Durch umfangreiche Sanierungsarbeiten seit 1994 sollte zunächst einmal die Bausubstanz der Mühle erhalten und später ihre Funktionsfähigkeit wiederhergestellt werden.

Seit 1997 befindet sich die Windmühle im Besitz der Familie Saborowski, die die Sanierungsarbeiten in Zusammenarbeit mit dem 1993 gegründeten Mühlen- und Heimatverein Düdenbüttel-Grefenmoor fertig stellen konnte. Zum Ensemble gehören auch eine Mühlenscheune und ein Backhaus. Am Deutschen Mühlentag 2001 wurde die Windmühle auf den Namen „Amanda“ getauft.

Ein besonderer Tag war der 19. Juli 2012 für die Mühle „Amanda“. An diesem Tag wurde „Amanda“ als drittes Standesamt der Samtgemeinde Himmelpforten offiziell seiner Bestimmung übergeben. Die erste standesamtliche Trauung fand am 11. August 2012 im Trauzimmer in der zweiten Ebene statt.

Christa Rauterberg
Heinz Mügge
Harald Widera