Wappen des Mühlen- und Heimatvereins Düdenbüttel-Grefenmoor

Mühlen war schon in der Antike ein zentraler Ort der Versorgung. Je nach Antriebsart (Muskelkraft, Wind- oder Wasserkraft) lagen die Gebäude an den dafür geeignetsten Stellen.

So waren die Standorte für Windmühlen immer so gewählt, dass sie leicht den Wind einfangen konnten, um so das Korn zu mahlen. Dementsprechend waren die Müller zentrale Figuren der regionalen Brotversorgung.

Einen leibhaftigen Müller können wir Ihnen nicht mehr bieten, jedoch ein historisches Ambiente, das in die Landschaft und zu ihren Menschen passt.

Haben Sie schon mal uns beim Mühlentag (immer Pfingsmontag) gesehen? Nein?
Dann können Sie das hier.

 

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Die Entstehung der Windmühle in Düdenbüttel-Grefenmoor

Mit Vertrag vom 18. März 1843 hatte der Anbauer und Schenkwirt Hinrich Koch in Grefenmoor sein in den Jahren 1837/38 vom Meierverband abgelöstes, d. h. in sein volles Eigentum übergegangenes, Anwesen an Hinrich Tamcke, Sohn des Windmüllers Johann Tamcke aus Estorf, zum Preis von 4025 Mark Courant verkauft; der Antritt war auf 14 Tage vor Jacobi (25. Juli), also auf Dienstag, den 11. Juli 1843, bestimmt. Mit dem Kauf hatte Hinrich Tamcke auch die schon seit langen Jahren bestehende „Kruggerechtigkeit“ erworben und außerdem darauf gehofft, dass dort beim damals unmittelbar bevorstehenden Ausbau der Chaussee, der heutigen B 73, ein Chausseebaum angelegt und ihm die Hebung des Wegegeldes übertragen würde. Diese Hoffnung erfüllte sich jedoch nicht, weil die Hebestellen für das Wegegeld jeweils eine halbe Stunde entfernt in Richtung Stade bzw. Himmelpforten eingerichtet worden waren; Tamckes Verdienst aus dem Wirtshausbetrieb bleibt daher deutlich hinter seinen Erwartungen zurück. Wollte er wirtschaftlich vorankommen, musste er folglich andere Wege beschreiten.

So erinnerte er sich an seinen erlernten Beruf und stellte, eingegangen am 1. Oktober 1847, bei der Landdrostei in Stade, Vorgängerbehörde des späteren Regierungspräsidiums, einen Antrag auf Konzessionierung einer Windmühle in Grefenmoor. Zur Begründung wies er darauf hin, dass namentlich für die Einwohner von Düdenbüttel, Hammah, Mittelsdorf und Weißenmoor die vorhandenen beiden Windmühlen vor Stade und in Neuland zu weit entfernt seien, während die näher gelegenen Wassermühlen in Kuhla, Sunde, Himmelpforten und Fredenbeck wegen der fortschreitenden Moorkultivierung und der damit einhergehenden Entwässerungsmaßnahmen häufig unter Wassermangel litten und daher ihren Mahlbetrieb nicht selten für mehrere Wochen unterbrechen müssten. Das aber sei für die auf eine regelmäßige Mehl- und Schrotversorgung angewiesenen Einwohner der genannten Dörfer unzumutbar, eine Einschätzung, mit der Tamcke, wie eine von ihm beigefügte Unterschriftenliste mit 111 Namen zeigt, nicht allein stand. Er konnte sich im Übrigen auch auf eine gegenüber früher liberalere Rechtslage berufen, denn nach § 50 der Gewerbeordnung für das Königreich Hannover vom 1. August 1847 sollte die Konzessionierung einer Mühle, deren Bau auf eigenen Grund und Boden prinzipiell jedermann frei stand, allein von dem Bedürfnis der jeweiligen Umgegend abhängen; das Bedürfnis selbst war dabei an der Zahl der bereits vorhandenen Mühlen sowie ihrer Entfernung und Leistungsfähigkeit zu messen.

So gut wie seine Argumente auch zu sein schienen, das von der Landdrostei Stade mit einer Stellungnahme beauftragte Amt Himmelpforten sah die Sache anders. In seinem Bericht vom 22. Oktober 1847 räumte es zwar ein, dass es rechtlich keinerlei Hindernisse gebe, weil keine der benachbarten Mühlen ein Zwangsmühlenprivileg habe, aber es stellte das von Tamcke angeführte Bedürfnis mit der nicht weiter begründeten Behauptung, es gebe für das fragliche Gebiet bereits eine ausreichende Mühlenkapazität, kurzerhand in Abrede. Die Landdrostei in Stade lehnte daher mit Bescheid vom 1. November 1847 Tamckes Antrag auf Konzessionierung einer Windmühle in Grefenmoor ab.

 

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